Aug 24
Karate
Karate ist eine asiatische Kampfsportart. Der Begriff „Karate“ setzt sich aus den japanischen Wörtern „kara“ (=leer) und „te“ (=Hand) zusammen und bezieht sich darauf, dass Karate meist ohne Waffen ausgeübt wird. Ursprung der Sportart ist Indien. Der Legende nach kam der Mönch Daruma Taishi nach Japan und brachte den Kampfsport als Körperertüchtigung für Mönche mit.
Das heutige Karate hat seinen Ursprung auf der japanischen Insel Okinawa, wo im 15. Jahrhundert aufgrund eines Waffenverbots die Kampfkunst ohne eine Waffe von vielen Bürgern praktiziert wurde. Schnell erkannte man in Japan, dass die körperliche Ertüchtigung auch positiven auf die Charakterbildung wirkte. Vor allem der Meister Gichin Funakoshi tat sich dabei hervor. Er gilt als Begründer des heutigen Karates und stellte auch die zwanzig Verhaltensregeln, genannt Shoto-Niju-Kun, auf. Durch den Einsatz von Funakoshi wurde Karate Anfang des 20. Jahrhunderts zur Schulsportart. Später verbreitete sich die Sportart weltweit und erreichte auch unter westlichen Sportlern große Beliebtheit.
Heute gibt es vier Karate-Stilrichtungen: Gōjū-ryū, Shitō-ryū, Wadō-ryū und Shotokan. Gōjū-ryū bedeutet „harter und weicher Stil“ und beschreibt ein Karate, das „hart“ und „weich“ vereint. Auf harte Angriffe erfolgen weiche Abwehrbewegungen. Es stammt aus Okinawa und ist ein Stil der Naha-Schule. Die Stilrichtung Shitō-ryū stammt aus Osaka. Dieser Stil zeichnet sich durch weiche Bewegungen aus. Zudem bestehen im Shitō-ryū fast 60 Technikkombinationen, die sogenannten „kata“. Eine weitere Stilrichtung ist Wadō-ryū. Es verbindet das ursprüngliche Karate mit den Grundtechniken des Kampfsports Jiu Jiutsu. Es gilt als minimalistischer Stil, der zum Ziel hat keine überflüssigen Bewegungen, Techniken oder Kraftanstrengungen zu tätigen. Der vierte Stil ist der Shotokan, die wohl bekannteste Richtung des Karate. Begründer dieses Stils ist Gichin Funakoshi, dessen Spitzname Shoto war. Der Shotokan lehrt 26 Katas und ist gekennzeichnet durch einen tiefen Stand des Karateka.
Heute wird Karate oft als Wettkampfsport getätigt. Dennoch gibt es im Karate noch philosophische Hierarchien. So wird der Lehrer mit „Sensei“ angesprochen und die Schüler heißen „Sempai“ und „Kohai“. In dieser Struktur wird die enorme Bedeutung von Respekt deutlich.
Karateka sind in weißer Hose, der „zubon“, und weißer Jacke, der „uwagi“, gekleidet. Beides wird mit einem weißen Gürtel, dem „obi“, zusammengehalten. Während ehemals keine Unterschiede in Gürtelfarben und Graden gemacht wurde, gibt es mittlerweile im Karate, wie auch im Judo, verschiedene Gürtelfarben für die unterschiedlichen Grade. Es gibt 10 Grade, wobei der schwarze Gürtel den höchsten Grad darstellt. Die unterschiedlichen Grade werden durch das Ablegen von Prüfungen erlangt.
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